Stuff von Krawattenbildern

“There are too many instances where women are represented by a single female. In business, music, art and media, women rarely outnumber men.”

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Was ich will

Taube

Stop. Ende der Wahlkampagne. Am Donnerstag haben wir unser Abschlussfest gefeiert. Ich bin froh und erleichtert, dass ich diese Wahlkampagne mitgemacht habe.

Was ich will:
Dass Bozen selbstsicher, mutig und optimistisch ist, dass es lebenswert und vielfältig bleibt.

Ich habe kandidiert, weil wir Grünen etwas Schönes machen wollen für unsere Stadt, weil wir unser Herz für die Sache geben und eine gute Lösung für alle wollen. Weil ich von Gutmenschen die Nase immer noch nicht voll habe.

Ich freue mich über unsere schöne Kampagne und das gute Team-Feeling. Und ich danke Emma Watson von Herzen.

Die Wahlampel für Bozen

In Zeiten der Wahlkampagne trudeln Fragebögen ein. Jenen des Südtiroler Heimatbundes habe ich für die grüne Liste in Bozen beantwortet und – frau lese und staune – wir sind gar nicht so schlecht rübergekommen: http://www.unsertirol24.com/2015/05/08/heimatbund-wahl-ampel-fuer-bozen/

Leider hat es keine Frage zum Umweltschutz, zu Verkehrsaufkommen, zu Stadtplanung gegeben – alles Themen die für die Heimat auch wichtig wären. Trotzdem: mir sein zufrieden mit dem Ergebnis!

Hier die Fragen und Antworten:

1. Durch die Errichtung eines Dokumentationszentrums im Untergrund des so genannten Siegesdenkmals wurde Selbiges an der Oberfläche angeblich offiziell „entschärft“. Der Südtiroler Heimatbund reagierte auf diese Maßnahme mit Protest und stellte diesen unter das Motto „Nicht die Wahrheit, sondern die Lüge gehört in den Keller!“ Teilen Sie diese Meinung oder schließen Sie sich der offiziellen „Gegenwartsschreibung“ an, die darauf ausgerichtet ist, faschistische Denkmäler und Symbole nicht zu entfernen, sondern – möglichst unverfänglich – zu dokumentieren und als friedenserhaltende Maßnahmen zu reinterpretieren?

Die Eröffnung des Dokumentationszentrums „Ein Denkmal, eine Stadt, zwei Diktaturen“ war ein wichtiger Schritt für Stadt und Land, es erzählt die Geschichte der Stadt von 1918-1945 und jene des umstrittenen Denkmals. Wir sind der Überzeugung, dass die HistorikerInnen, die den inhaltlichen Rahmen und Parcours des Dokumentationszentrum geprägt haben, ihre Arbeit sehr gut gemacht haben. Denkmäler sind Stätten den Ge-Denkens, der Reflektion und Auseinandersetzung und die vielen Menschen, die das Dokumentationszentrum besuchen erinnern uns an dies: „Totalitarismus – Nie wieder.“

2. Von allen Südtiroler Gemeinden finden sich in der Stadt Bozen die meisten Straßennamen mit irredentistischem bzw. faschistischem Hintergrund. Hinzukommt eine Reihe von pseudoitalienischen „Übersetzungen“ von deutschen Toponymen und Straßennamen, die mitunter seit Jahrhunderten tradiert sind. Genannte konstruierte und ideologisch belastete Namen sollen bis heute die Siedlungs- und Sprachgeschichte der Hauptstadt in ein falsches Licht rücken und die Bewohner manipulieren. Wie sollte Ihrer Meinung nach mit diesen Namen verfahren werden? Sollten sie geändert und durch ideologiefreie Namen ersetzt werden bzw. sollten deren konstruierte Übersetzungen zurückgenommen werden, oder könnten Sie sich zumindest eine angemessene Dokumentation dieser Namen unter dem jeweiligen Schild vorstellen?

Auch wir haben im Rahmen unserer Wahlkampagne auf die vielen Straßennamen aufmerksam gemacht, die einen kriegerischen Hintergrund haben. Wir haben vorgeschlagen, mehr FriedensbringerInnen und stille HeldInnen in diesem Sinne öffentlich zu machen und alle Straßenschilder mit einem Infoschild zu versehen (siehebolzanobozen.wordpress.com).

Unsere Vorschläge:

  • Anna Jobstin, verbrannt bei den Völser Hexenprozessen
  • Nella Lilli Mascagni, 1921-2009.Partisanin, aufgewachsen in Bozen, verhaftet und festgehalten im Bozner Lager
  • Simone de Beauvoir, 1908, 1986. Feministin.
  • Artemisia Gentileschi, 1593-1654. Italienische Malerin, Barockkünstlerin, Heldinnen und starke Frauen als Sujet
  • Sibilla Aleramo, 1876-1960. Italienische Feministin und Schriftstellerin, humanitäre Aktivitäten, Lehrerin, „Una donna“, 1906
  • Ernesta Bittanti Battisti, 1871-1957. Journalistin, Lehrerin, Widerstandskämpferin, Witwe von Cesare Battisti

3. Interethnische und italienische Parteien fordern immer vehementer die Einführung von so genannten mehrsprachigen Schulen. Der im Zusammenhang mit dieser Forderung meist genannte Grund ist, dass in den letzten Jahren bei den Südtiroler Schülern eine Verschlechterung der Italienischkenntnisse zu verzeichnen sei. Forderungen zur Verbesserung der Deutschkenntnisse auf italienischer Seite, was besonders in Bozen ein Desiderat wäre, sind dagegen kaum zu hören. Was sollte Ihrer Meinung nach unternommen werden, damit auch die italienischsprachigen Bozner zum besseren Erlernen der deutschen Sprache bewogen werden können, ohne dass man hierfür die mehrsprachige Schule bemühen muss? Oder sind Sie der Meinung dass die mehrsprachige Schule sprachgruppenunabhängig ausreicht und der richtige Weg ist, sowohl für die deutsche als auch die italienische Sprachgruppe?

Wir sind der Überzeugung, dass eine Sprache nur erlernt (und die Schönheit einer anderen Kultur nur erfahren) werden kann, wenn es ein wirkliches  Zusammenleben gibt, jeden Tag Orte der Begegnung und des Austauschs. Ein Mittel dazu ist die mehrsprachige Schule, aber auch gemeinsame Schulen wie etwa die Alexander Langer Schule in Bozen, wo zwei Schulen unter einem Dach lernen, spielen, leben und arbeiten (übrigens ein Antrag der Grünen für die Gemeinde Bozen und für den Südtiroler Landtag – beide Male angenommen). Gegenseitiges Kennenlernen erwächst immer aus der Neugier und dem Wunsch mehr zu verstehen, dazu wollen wir motivieren und anregen.